Willkommen!

Ich möchte innerhalb dieses Blogs eine Autobiographie entwickeln. Frei. Ohne selbstauferlegten und äußeren Druck. Ohne Literaturzirkus.
Die Motivation dazu? Das Schicksal der Fotos, die ich im Laufe der Jahrzehnte gemacht und gesammelt habe. Sie liegen unbeachtet in Kisten, zwischen Albumseiten, auf Festplatten. Obwohl ich mir zum Zeitpunkt ihrer Erstellung etwas dabei gedacht hatte. Etwas, das vielleicht bereits verloren gegangen ist. Ein Umstand, den ich dem niedergeschriebenen Pendant zu diesen Bildern ersparen möchte.

Ich schreibe hier als Chronist, Archivar, Analytiker und Therapeut der eigenen Biographie. Schreibe über Begegnungen, Vergänglichkeit, die verdammte Zeit und ein Leben, das immer nur ein kurzes Stück geradeaus verlaufen ist. Es soll ein Roman werden über das Scheitern und das Wiederaufstehen.

Mit 40 Jahren erhielt ich die Diagnose ADHS. Retrospektiv betrachtet ist diese Diagnose der rote Faden meines Lebens. Sie soll weder als Entschuldigung noch als Rechtfertigung dienen. Weder verdammt noch verherrlicht werden. ADHS ist wie der kleine Bruder, den man mit auf eine Party nehmen muss. Nervtötend, Schwierigkeiten verursachend, im Wege stehend. Aber irgendwie hat man ihn trotzdem lieb. Und wenn man dann Jahre später zurückblickt, sich an alte Geschichten erinnert, dann setzt er sich neben dich, nickt bedächtig, blickt dich schelmisch lächelnd an und sagt: „Oh ja, ich weiß noch. Damals war ich auch dabei.“